Gastbeitrag – Christian Geike zu Taxation 360° Teil 2

Liebe Leserinnen und Leser,

In Teil I des Gastbeitrags habe ich Dir von meinem Werdegang vor Beginn des Traineeprogramms erzählt und auch vom Wandel, den die Entscheidung für das 360°-Traineeprogramm für mich persönlich bedeutet hat.

In diesem Teil des Gastbeitrags werde ich nun von meinen Eindrücken und Erlebnissen während der Zeit des Traineeprogramms berichten.

Würde ich anderen Absolventen das Traineeprogramm empfehlen?

Ich kann das Traineeprogramm jedem, der Interesse und Freude am Steuerrecht bzw. ganz grundlegend an steuerlichen Angelegenheiten hat, empfehlen.

Deswegen hat mir das Traineeprogramm auch so sehr gefallen, weil ich anhand der tatsächlich existierenden steuerlichen “Spielregeln” überhaupt erst viele Probleme und Sorgen der Unternehmen und des Staates besser verstanden habe.

Und weil ich in dieser Zeit enorm viel dazugelernt und viele großartige neue Kolleginnen und Kollegen kennengelernt habe.

Wenn ich so zurückdenke, wie ich die einzelnen Abteilungen durchlaufen und miterlebt habe und weiterhin miterlebe, wie PwC-Kollegen tagtäglich Unternehmen und private Bürger bei ihren ganz konkreten Anliegen mit Rat und Tat zur Seite stehen, dann hat das zumindest mit mir etwas gemacht.

Was ist für mich das Besondere am Thema Steuerrecht?

Wenn man das Wort so hört, dann klingt es eher ziemlich trocken…

Steuerrecht hat für mich einen ganz weit abgesteckten Rahmen, denn jeder Bürger und jedes Unternehmen – egal in welchem Land auf der Welt – steht in einem steuerlichen Über- und Unterordnungsverhältnis mit dem Staat. Damit der Staat seine öffentlichen Aufgaben wahrnehmen und ihnen nachkommen kann, muss jeder einen Teil seiner erwirtschafteten Gewinne ohne direkte Gegenleistung abführen. Darin sehe ich ein wichtiges Prinzip!

Das Steuerrecht setzt hier also gewisse “Spielregeln” fest.

Was sollte man von der fachlichen Seite und auf der Ebene der Persönlichkeit mitbringen, um ein solches Programm erfolgreich zu durchlaufen?

Ich selbst habe an eigener Person erfahren und nehme es so wahr, dass Neueinsteigern hier bei PwC gerade auch am Anfang ein großer Vertrauensvorschuss gewährt wird. Diese Atmosphäre empfinde ich als sehr wohlwollend.

Von fachlicher Seite her ist es meines Erachtens nach schon von Vorteil, eine gesunde Basis im Steuerrecht mitzubringen. An diese wird hier angeknüpft und sie wird ausgebaut. Auch halte ich die Fähigkeit für ein gewisses analytisches und logisches Denken auf konzeptioneller Ebene für wichtig.

Doch oftmals hat man gar nicht alle notwendigen Informationen, muss also nach fehlenden Informationen recherchieren. Oder man hat eine Übermenge an Informationen und muss wichtige Informationen filtern. Dabei sollte die Klärung des steuerlichen Sachverhalts und das zielorientierte Arbeiten meines Erachtens stets im Vordergrund stehen.
Neben einer Basis im Steuerrecht und analytischem Denken finde ich sollte man also auch kleine detektivische Fähigkeiten besitzen.

Auf Ebene der Persönlichkeit halte ich es für wichtig, dass man willens und in der Lage ist, im Team und mit Teamkollegen gut zusammenzuarbeiten. Auch einen gewissen Grad an Ausdauer und Durchhaltevermögen halte ich für hilfreich, denn am Anfang wird sicher nicht alles sofort gelingen.

Wie sehen meine alltäglichen (und auch besonderen) Aufgabengebiete aus?

Im Rahmen des Traineeprogramm beschäftigten mich verschiedene Tätigkeiten:

Bspw. habe ich bei einer Betriebsprüfung unterstützt und war auch bei dem Abschlussgespräch mit dabei. Daneben bereitete ich verschiedene Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuer- erklärung selbständig vor, mit allem drum und dran. Im Bereich Indirect Tax – dies umfasst die Bereiche Umsatzsteuer und Zoll – erstellte ich bspw. viele Umsatzsteuererklärungen, und im Bereich Verrechnungspreise – wie Transfer Pricing, kurz TP, – wirkte ich u.a. bei der Erstellungen einer Benchmarking Studie und bei TP-Dokumentationen mit. Im Bereich Real Estate kamen viele dieser Aspekte und o.g. Tätigkeiten bezogen auf Immobilien und Immobiliengesellschaften zusammen.

Daneben gehörte auch Recherche mit zu meinen Tätigkeitsfeldern. So recherchierte ich in Datenbanken und Fachliteratur und las in Gesetzeskommentaren und Gerichtsurteilen. Auf diese Weise übte ich den Umgang mit vielen Informationen und Informationsquellen weiter ein.

Da wir hier bei PwC viel mit DATEV – einer Softwareschnittstelle zur Übermittlung von Steuererklärungen an die Finanzverwaltung – arbeiten, gehört der Umgang mit Datev mit zum Tagesgeschäft.

Im Rückblick kann ich also sagen, dass es einen ziemlich bunten Strauß an Tätigkeiten gab, die mir in den letzten anderthalb Jahren hier begegnet sind. Und ich fand sie die meiste Zeit eigentlich ziemlich spannend.

Wie sieht meine Zukunft nach dem Programm? Was sind meine Pläne?

Momentan bin ich ganz froh und glücklich, dass ich jetzt hier im Compliance Excellence Team, wo wir uns auf die Erstellung von Steuererklärungen für Kapital- und Personengesellschaften aller Größen und Branchen konzentrieren, erst einmal angekommen bin.

Mein Weg ist, wie gesagt, eher einer der kontinuierlichen kleinen Schritte, und ich arbeite mit dem, was gerade in meiner Umgebung vorhanden ist und mir begegnet.

Liebe Leserinnen und Leser: Wenn ihr Fragen habt, schreibt diese gern unten in den Blog hinein, und ich versuche gern darauf einzugehen.

Beste Grüße,

Christian

 

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